Zertifikat: Informationspädagogik für Lehramtsstudierende

Modulbeschreibung

1.         Kompetenzen und Qualifikationen

Ziel des Lehrangebots in diesem Modul ist die Ausbildung einer „Kompetenz für Neue Medien“
(Schiersmann u.a. 2002) bei unseren künftigen Lehrerinnen und Lehrern als

Kompetenz zur lernförderlichen Gestaltung von Lehr-Lernprozessen mit Neuen Medien, in welchen sich zugleich die Fähigkeit der Lernenden zur selbstbestimmten Teilnahme an einem zunehmend durch Neue Medien vermittelten gesellschaftlichen Lebens- und Entwicklungsprozess entwickeln kann.

Die im Einzelnen angestrebten Kompetenzen und Qualifikationen sind auf die folgenden
sechs Kompetenzbereichen bezogen:

Sachbezogene Kompetenzen

·     Anwendungskompetenz

·     Theoretische Kompetenz

·     Gestaltungskompetenz und Verantwortungsfähigkeit

Prozessbezogene Kompetenzen

·     Teamfähigkeit

·     Vermittlungskompetenz

·     Autodidaktische Kompetenz

Im Sinne eines selbstkritischen Prüfmaßstabs lassen sich hierzu folgende Standards formulieren:

  1. Die Studierenden haben gelernt, Neue Medien zur Unterstützung ihres eigenen Ler­nens im Studium effektiv zu nutzen.
  2. Die Studierenden haben gelernt, Einsatzbereiche für Neue Medien in Bildungsprozes­sen hinsichtlich ihrer unterschiedlichen lernfördernden Potenziale zu differenzieren und zu begrenzen.
  3. Die Studierenden haben gelernt, die Modellierungsfunktion der Neuen Medien zu be­urteilen und an Beispielen aus ihren Studienfächern zu demonstrieren oder illustrie­ren.
  4. Die Studierenden haben gelernt, Neue Medien in Bildungsprozessen so einzusetzen, dass neue Möglichkeiten der Veranschaulichung und der Verständnisförderung auch angesichts veränderter Rezeptionsweisen und Ausdrucksformen der Heranwachsen­den erschlossen werden.
  5. Die Studierenden haben gelernt, den Einsatz Neuer Medien in Bildungsprozessen so zu organisieren, dass die Lernenden zu erhöhter Selbsttätigkeit und eigenverantwort­lichem Lernen angeregt werden und zur Unterstützung ihres eigenen Lernprozesses Neue Medien zu nutzen lernen.
  6. Die Studierenden haben gelernt, für die pädagogische Sinnhaftigkeit von ihnen entwi­ckelter Formen des Medieneinsatzes argumentativ (auch in Bezug auf kritische Nach­frage) einzutreten.
  7. Die Studierenden haben gelernt, Heterogenität in Lerngruppen für kooperative Arbeit mit Neuen Medien fruchtbar werden zu lassen.
  8. Die Studierenden haben gelernt, ihre eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem Gebiet der Neuen Medien so weiterzugeben, dass andere davon lernen können.
  9. Die Studierenden haben gelernt, die Entwicklungen auf dem Gebiet der Neuen Me­dien so zu beurteilen, dass sie daraus ihren eigenen Weiterbildungsbedarf ableiten können.

 

 

2.         Themen und Inhalte

Das Modul ist hauptsächlich auf die folgenden zwei Inhaltsbereiche bezogen:

a)         Pädagogische Theorie Neuer Medien

Um Neue Medien pädagogisch sinnvoll im Unterricht einsetzen zu können, bedarf es eines guten theoretischen Verständnisses der „Sache“ Neue Medien. Da diese als „Me­dien“ sich vermittelnd auf anderes beziehen, gehört zum Sachverständnis nicht nur ein Verständnis für diese Technologie, sondern weitergehend auch ein Verständnis der Be­reiche, in denen diese Technologien eingesetzt werden, und dafür, wie sich dieser Ein­satz auf diese Felder auswirkt. Die Studierenden müssen also in der Lage sein, die in den Informations- und Kommunikationstechnologien enthaltenen Potenziale hinsichtlich ihrer möglichen Bedeutung für eine Neu- oder Umstrukturierung didaktischer Praxis zu beurteilen, d. h. auch Entwicklungschancen und Gefahren dieser Technologien abschät­zen und didaktisch aufbereitet thematisieren zu können. Ihre theoretische Kompetenz muss sich daher auf ihr Unterrichtsfach ebenso beziehen wie auf die (Fach-) Didaktik(en) und auf die basalen technologischen Konzepte, die in den Neuen Medien reali­siert sind.

b)         Lehr-Lernprozessgestaltung mit Neuen Medien

Für künftige Lehrerinnen und Lehrer heißt Handlungskompetenz, dass sie den Einsatz Neuer Medien pädagogisch verantwortungsvoll zu gestalten, nötigenfalls auch zu be­grenzen verstehen; dass sie aber auch auf der Grundlage einer sachverständigen Ein­schätzung der Potenziale dieser Technologien Ideen für neue Einsatzbereiche und -for­men zu entwickeln und Anregungen für ihre pädagogisch sinnvolle Weiterentwicklung zu geben vermögen.

 

3.         Organisations- und Arbeitsformen

·     Vorlesung „Grundlagen der Informationspädagogik“;
 vorlesungsbegleitende Online-Übung (Berufsfeldtransfer) oder Klausur;

·     Vorlesung „Pädagogik der Neuen Medien“;
 vorlesungsbegleitende Online-Übung (Berufsfeldtransfer) oder Klausur;

·     Teilnahme an einer Online-Übung zu einer der beiden Vorlesungen

·     Seminar „Neue Medien in der Bildung“; didaktisch begründete Gestaltung einer Seminarsitzung im Team; schriftliche Ausarbeitung;

·     Projektseminar „Gestaltung eines Unterrichtsvorhabens mit Neuen Medien“; interdisziplinäre Teamarbeit mit Prozessreflexion und abschließender Ergebnispräsentation.
 

4.         Voraussetzungen für die Teilnahme

Vorlesung  aus dem Pflichtmodul 3 „Didaktik, Methodik und Medien“ und die Wahl des Wahlpflichtmoduls „Informationspädagogik“ in den Grundwissenschaften der Lehramtsstudiengänge L3 (Gymnasien) und L4 (Berufliche Schulen gewerblich-technischer Richtung)

Vorbedingung: Grundkenntnisse und -fähigkeiten in der Nutzung von Standardanwendungen (Textverarbeitung, Internetrecherche, Präsentation, Webpublishing).

 

5.                  Veranstaltungen, Arbeitsaufwand (Workload), LP und Prüfungen zum Erwerb des Zertifikats

Veranstaltungen:

Arbeitsaufwand:

Leistungs-punkte:

Art der Prüfungen:

Pflichtmodul 3.3: Didaktik,
Methodik und Medien

Vorlesung  (2 SWS)
Vor- und Nachbereitung
Abschlussaufgabe  .
Σ Workload
*
Die Vorlesungen "Technische Netzwerke und virtuelle Räume der Bildung" oder "Informations-technische Bildung" können als Äquivalent zur Vorlesungen "Pädagogik der Neuen Medien" eingebracht werden.



  30 h
  30 h
  30 h
  90 h






  3




Leistungsnachweis durch Arbeit
mit dem ‚Interaktiven Skript’
und einer Abschlussaufgabe
(Kombination mit einem Online-Seminar möglich, wenn angeboten)


Teilnahme an einem Online-Seminar zu einer der Vorlesungen  (2 SWS)
(siehe *)


  90 h


  3

Teletutoriell betreute
Aufgabenbearbeitungen
auf einer Lernplattform

Wahlpflichtmodul 1.1: Informationspädagogik
Vorlesung  (2 SWS)
Vor- und Nachbereitung
Interaktives Skript & Abschlussaufgabe  .
Σ Workload
"Grundlagen der Informationspädagogik" oder äquivalente  (siehe *)



  30 h
  30 h

  30 h
  90 h






  3

 

Leistungsnachweis durch Arbeit
mit dem ‚Interaktiven Skript’
und einer Abschlussaufgabe
(Kombination mit einem Online-Seminar möglich, wenn angeboten)

Wahlpflichtmodul 1.2: Informationspädagogik
Seminar  (2 SWS)
Eigenarbeit                   .
Σ Workload
"Neuen Medien in der Bildung" oder äquivalentes Seminar



  30 h
  60 h
  90 h





  3

 


Gestaltung einer Seminarsitzung
mit schriftlicher Ausarbeitung

Wahlpflichtmodul 1.3: Informationspädagogik
Projektseminar (2 SWS)
Eigenarbeit                   .
Σ Workload
"Entwicklung eines multimedialen Unterrichtsprojekts"



  30 h
  60 h
  90 h





  3

 


Erarbeitung und Präsentation eines multimedialen Unterrichtsprojekts

Summe: Workload

450 Stunden

15 LP

 Zertifikat: Informationspädagogik
 für Lehramtsstudierende

  

6.         Dauer des Moduls und Angebotsturnus

2 Semester; jährlich
 

7.         Verwendbarkeit des Moduls u. Möglichkeit zum Erwerb des Zertifikats

·     Alle an der TU Darmstadt vertretenen Lehramtsstudiengänge

·     in Teilen im Hauptstudium des Magisterstudiengangs Pädagogik (Informationspädagogik)
 

8.         Modulverantwortung

·     Prof. Dr. Werner Sesink, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik

·     Wilfried Rüsse, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik

 

Stand: Okt. 2008