Vorrecherche zum Pilotprojekt: ICuM

Voraussetzungen und Stärken
Hessischer Universitäten im Hinblick einer IT-(Aus-)Bildung
für Lehramtsstudierende.

Unabhängig pädagogischer Notwendigkeiten, die IuK-Technologien in die Erstausbildung von LehrerInnen zu integrieren, besteht seit 1995 die bildungspolitische Forderung:

„Das Bildungswesen hat die Aufgabe, die Menschen auf ein Leben mit den neuen Techniken vorzubereiten und dem Einzelnen Medienkompetenz zu vermitteln, die zu einem aktiven und verantwortungsbewussten Umgang mit der neuen Vielfalt der Informationen befähigt" (Rat für Forschung und Technologie in Deutschland; www.cornelsen.de ).

Am 18. April 1996 startete Bundesminister Dr. Jürgen Rüttgers zusammen mit der Deutschen Telekom die bundesweite Initiative „Schulen ans Netz".

Einer 1999 durchgeführten Untersuchung der Gesamthochschule Paderborn und der Universität Koblenz-Landau zufolge, bei der rund 1200 Schulleiter und -lehrer in NRW befragt wurden und dessen „Ergebnisse im Wesentlichen bundesweit übertragbar" (FR; Okt.´2000) seien, zeichnet folgendes Bild:

Die technische Ausstattung der Schulen sei nicht schlecht: 60% der Grundschulen und 80% aller weiteren Schulen seien mit PCs ausgestattet (wobei die Qualität hier unberücksichtigt blieb). Frappierend hingegen sei die Tatsache, dass nur jeder dritte Lehrer über die Arbeit mit dem Internet und jeder vierte mit der Videoarbeit sich auskenne; nur 7% der befragten PädagogInnen bezeichnete sich als „online-fit". Mehr als 50% seien noch nie online gewesen; von denen, die es praktizieren, seien ein Drittel ratlos in Bezug auf pädagogische Anwendungsmöglichkeiten. Mehr als die Hälfte aller befragten Personen gaben an, nichts über Medienerziehung gelernt zu haben (vgl. FR: Lehrer müssen am Computer nachsitzen. Okt. ´2000).

Vor diesem Hintergrund müssen Kurse, Hilfestellungen, Programme, Weiterbildungsmaßnahmen, die in diesem Bereich vielfältig und zahlreich angeboten werden, als Appell an Eigeninitiative und -verantwortung der Lehrer und Lehrerinnen gelesen werden. Orte der Erstausbildung sind die Universitäten; wie steht es mit ihnen und ihren Angeboten für Lehramtsstudierende? Verfügen die Universitäten über eine entsprechende technische Ausstattung - sowohl materiell als auch personell?

Dieser Frage ging die Technische Universität Darmstadt im Rahmen eines laufenden Projekts nach (weitere Infos zum Projekt unter: www.icum-tud.de).

Grundsätzlich ist zu sagen: an den Universitäten herrscht ein ähnlicher Zustand, wie an den Schulen, insofern es „um ihre technische Ausstattung nicht einmal schlecht bestellt ist". Weiterhin kann gesagt werden, dass alle hessischen Universitäten zahlreiche und vielfältige Kurse im instrumentell-pragmatischen Bereich für Studierende anbieten. Gegenstand der Untersuchung waren allerdings vielmehr die technischen Möglichkeiten und pädagogisch orientierten Angebote, die innerhalb der Erziehungswissenschaften bestehen und somit explizit den neuen Anforderungen an Lehrer und Lehrerinnen sich stellen.


Die nachfolgende Tabelle berücksichtigt lediglich die quantitativen Aspekte der Untersuchung: Voraussetzungen und Stärken der Hessischen Universitäten für Lehramtsstudierende im Hinblick einer IT-(Aus-)Bildung.

Allg. Voraussetzungen im LA-Bereich:

 

Marburg

Frankfurt

Gießen

Kassel

Darmstadt

– Angebotene LA-Studiengänge

L 2
(L 5 => Gießen)

L 1-3, L 5

L 1-5

L 1-3

L 3-4

– SWS im
EGW**-, bzw. Päd.- Grundstudium

L 2=26

L 3=32;
L 1, 2, 5=40

L 1=32;L 2=36;
L 3=20;L 4=26;
L 5=72

L 1, 2=36;
L 3=32

L 3=24;
L 4=40

– Anzahl Stud. LA

1534* (L5: 145*)

4889*

3441*

2388*

1055*

*  Statistik: Okt. ´94
** Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften

Voraussetzungen im IT-Bereich:

 

Marburg

Frankfurt

Gießen

Kassel

Darmstadt

– techn. Voraussetz.
(CIP-Pools,Vernetzung 
Pcs, Multimed. Ausst.)

+

+

+

+

+

– allg. Lehr-, Lern-
veranstaltungen.
(instrumentell-pragmatisch)

+

+

+

+

+

– Angeb. innerhalb 
LA-St. im Ber.: IuKT
(mit EGW Anspruch)

5

5

4

7

5

Stärken der einzelnen Unis:

 

Marburg

Frankfurt

Gießen

Kassel

Darmstadt

techn. Einrichtung
(im FB:EW u./o. FB:GW)

DZ; CIP ab Feb. ´01

Netzwerkstatt

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CSW***

Medienpädagogik; 
Medienwissenschaft

MW*
MP**

MW*

MW*
MP**


MP**

 

Bestr./Planung zur 
Entwickl. IT-Curric.

bedingt

+

+

Mögliche 
Kooperationspartner

Wissenschaftl.
Mitarbeiter

 

Wissenschaftl. Mit /Prof. Psy

Prof.

Prof.

*   Medienwissenschaft
**  Medienpädagogik
*** Computerstudienwerkstatt

 

Dipl. Päd. Gila Friedrich